Böses Klima, gutes Klima
Wolfgang Stieler hat vor zwei Monaten einen exzellenten Kommentar in der Technology Review veröffentlicht. Er erörtert das Verhältnis von Wissenschaft und Politik, in dem er Bezug nimmt auf die gespaltenen Lager der Klimawandel-Diskussion:
(...)
[Die Geschichte] verweist auf ein grundsätzliches Problem, das die Wissenschaft selbst zu verantworten hat: Das Problem der Vereinfachung. Gerade an der Klimaveränderung lässt sich eigentlich sehr gut ablesen, dass wissenschaftliche Erkenntnis immer nur vorläufig ist. Das entwertet sie nicht. Weil die Politik in der Regel mit vorläufigen Erkenntnissen und Wahrscheinlichkeiten nicht operieren kann, gehen Wissenschaftler aber gerne dazu über, vorläufige Erkenntnisse zu verabsolutieren.
(...)
Möglicherweise ist das ein Kommunikationsproblem - ein kultureller Bruch zwischen Politik und Wissenschaft. Aber es wäre die Aufgabe der Wissenschaft, diese Lücke zu schließen. Und das bedeutet, zu erklären, dass es in solchen Fragen wie dem Klimawandel keine Gewissheit gibt. Das System Erde ist einfach zu komplex und nichtlinear. Wie wir damit umgehen, ist eine politische Entscheidung. Wenn die Politik versucht, sich dabei hinter der Wissenschaft zu verschanzen – nach dem Motto: Wir müssen so und so handeln, die Forscher sagen, wir haben keine andere Wahl – dann darf die Forschung das eigentlich nicht zulassen. Das ist leicht gesagt, und schwer umgesetzt. Aber es würde verhindern, dass alle paar Jahre wieder jemand auftaucht, der die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung mit „brisanten Papieren“ zu beschädigen versucht.
Link
- Kommentar vom 23.11.2009: Mit der Ungewissheit leben von Wolfgang Stieler auf Technology Review
January 27th, 2010 - 12:43
Herr Stieler möchte „verhindern, dass alle paar Jahre wieder jemand auftaucht, der die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung mit „brisanten Papieren“ zu beschädigen versucht“
Das hat ja nun nicht geklappt. Die Glaubwürdigkeit des IPCC und mit ihm die ganze Klimaforschung ist schwer beschädigt und mit jedem neuen kritischen Blick in den 4. Weltklimabericht entpuppt sich die angebliche Wissenschaftlichkeit der Erkenntnisse zu großen und wichtigen Teilen als unkritische Übernahme von WWF-Kampagnen und interessegeleiteten, selektierten (Falsch-)Informationen: http://nofrakkingconsensus.blogspot.com/2010/01/more-dodgy-citations-in-nobel-winning.html
Einen Blick auf die „Forscher“ des WWF zeigt, mit welchen Mitteln die Kampagnen zur Rettung der Welt geführt werden. Hier ist nicht wissenschaftliche Erkenntnis, sondern Glaubensgewissheit der Antrieb. http://www.youtube.com/watch?v=K9Un3Xb9JOg&feature=player_embedded
Auch der SPIEGEL wirft einen letzten Abschiedsblick auf die Gletscher des Himalaya und kommt dann doch nicht umhin, die Gletscher nicht schon in 25 Jahren verschwinden zu sehen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,673765,00.html
Aber was solls… Auch wenn der IPCC ein wenig mogelt, es ist doch nichts Falsches, wenn wir das wertvolle Benzin für die nächsten Generationen sparen und nicht so mit den Ressourcen rumsauen!
FALSCH! Das eine hat mit dem anderen bei genauem Hinsehen herzlich wenig zu tun.
Inzwischen haben sich an den Klima-Mainstream vielfältige Interessen drangehängt, die alle unter dem Klimamantel versteckt ihren ganz eigenen Vorteil zu Lasten der verdummten Bürger suchen.
Wundert es uns nicht, dass die ALLIANZ Versicherung eine Klimakonferenz mit dem WWF sponsert? Nein nicht mehr, wenn wir wüssten, dass die dort kolportierten Alarmmeldungen von Wirbelstürmen, Überschwemmungen und klimabedingten Schäden ganz wunderbar zu geplanten Tariferhöhungen passen. Was ist mit den von Milliarden-Subventionen abhängigen Solarzellen-Unternehmen und Windparks, an denen sich jetzt auch die großen Energieversorger beteiligen? Weil sich ihre Monopolstellung auch dadurch ausbauen lässt?
Neue Ideen wie Geothermie und andere Alternativen zu dem verschwenderischen Öl-Monopol haben unter diesen Bedingungen wenig Chancen. Da muss man fast hoffen, dass das Öl bald alle – oder so teuer – ist, dass wir gezwungen sind, alternative Energiequellen zu erschließen, die uns von den unsäglichen Scheichs und den darauf aufgebauten Monopolen unabhängig machen. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.
January 31st, 2010 - 23:03
Johannes, das ist doch dein Thema!
Wo bleibt dein Kommentar hierzu?
Oder ist Wolfgang Stieler dein Pseudonym?
February 18th, 2010 - 01:01
Das versteh ich jetzt nicht. Offensichtlich am 31.1. habe ich deinen, lieber Johannes, Kommentar zu diesem Thema vermisst.
Und nun steht da einer von dir, mit Datum 27.1.
Hä?
Egal.
Dein Kommentar ist jedenfalls genau der, den ich vermisst hatte!!
Danke.
Erfrischende Anheizungs-Lektüre. Bei den Außentemperaturen – perfekt.
Liebste Grüße!