Klettern oder Kratzen
Vier Partynächte in Barcelona kratzen an meinem Immunsystem. Kaum komme ich bei den Tschechen in Siurana an, spüre ich einen gereizten Hals. Siurana ist ein Naturparadies und ein begehrter Kletterer-Hotspot in der hintersten katalonischen Pampa, zwei Stunden südwestlich von Barcelona.
Den Hals nehme ich als Kollateralschaden für exzellente lange Nächte und anstrengend kurze Schlafpensi hin und verbringe lustige Tage in traumhafter Umgebung. Svenja und Verena fahren einen Tag nach meiner Ankunft ab, mit dem Auto. Verena ist nur kurz zu Besuch; auch Pamplona will erkundet werden. Die verrückten Tschechen schlafen zehn Tage draußen und klettern jeden Tag. Da will ich dabei sein.
Mein enzündeter Hals weitet sich aus auf die Nebenhöhlen, aber die chronisch vertraute Verstopfung der Atemwege haut mich nicht vom Hocker. Erst als es einen Tag lang durchgehend regnet und meine Stirn anfängt zu fiebern fasse ich den Entschluss, früher als geplant nach Pamplona zurückzukehren.
Eine Nacht unterm Fels später gehen die Tschechen nach einem herrlichen Frühstück in der Sonne zu ihrem Sektor und ich versuche mich darin, eines der spärlich gesäten Autos auf der kleinen Straße zum Stoppen zu bewegen.
Vier nette Fahrer und ein Altstadt-Besuch in Reus liegen zwischen mir und Zaragoza, einer Stadt, die nur noch knappe zwei Stunden von Pamplona entfernt ist. Weil es dunkel wird und mit Rücksicht auf die Gesundheit leiste ich mir eine Busfahrkarte. Beim Warten setze ich mich, nach vier Tagen in der Wildnis, optisch (und olfaktorisch?) so sehr von den anderen Reisenden ab, dass mich prompt die Exekutive kontrolliert.
Nichts verbrochen, gute Reise, Adiós.
Fotos folgen.
February 6th, 2010 - 17:52
hab ich mir gedacht: du kannst den hals auch nicht voll kriegen!