Sommer
Ich kann mich noch genau an dieses Gefühl erinnern, das nach jedem Schuljahr stärker wurde. Überwältigende Erleichterung über die aufkommende Freiheit, getrübt von Verzweiflung über die Ratlosigkeit, wie, mit wem, wo und mit welchem coolen Verhalten diese Freiheit jetzt gleich gebührend gefeiert werden soll.
Schrieb ich letzten Sommer, als ich die jungen Leute in die Ferien ausbrechen sah.
Diesen Sommer, am heutigen Tage, habe ich die letzte Klausur des Semesters erfolgreich hinter mich gebracht und sehe bis Anfang Oktober keiner einzigen von aussen aufgedrückten Verpflichtung ins Auge. Das muss man sich mal 'reinziehen: 17 Wochen Ferien! Heutzutage, anders als früher, fühle ich lupenreine Freiheit. Von Verzweiflung nicht die entfernteste Spur. Nicht die Idee von Angst, ne?
- Wie die Freiheit gefeiert wird? Gebührend!
- Mit wem? Ergibt sich schon!
- Wo? In Pamplona, in den Pyrenäen, in Salamanca, in Valencia, in Asturien, in Galizien, in Madrid, auf dem Jakobsweg, in Frankreich, im Jura-Gebirge, in Basel, in Freiburg, in Karlsruhe, in Sichtigvor, in Hamburg, in Heyroth und in Wien!
- Mit welchem Verhalten? Mit meinem Verhalten!
- Bin ich cool? Saucool!