verzichtsverzicht Bewusst leben in Erasmustan

10Jul/101

Von Stieren nichts zu sehen

Auch wenn es weltweit so vermittelt wird: San Fermin ist kein Stierrennen. Es geht in erster Linie weder um Torros, noch um Torreros, sondern wie bei jedem anderen Massenauflauf aus Feier-Gründen um Alkohol, um Tanz, um Konsum und um schnellen Sex.
Die Stiere werden um 8 Uhr morgens ihre 800 Meter in die Arena getrieben. Acht Uhr, das ist eine Zeit, zu der die Unzurechnungsfähigen noch wach sind, die Vernünftigen schlafen und die Disziplinierten schon wieder wach sind. Wer mitlaufen möchte, muss sich um allerspätestens halb sieben in eigene Gatter einpferchen lassen, die die Polizei zu dieser Zeit abriegelt und die pünktlich zum Txupinazo, dem "Anpfiff" des Stierlaufs, wieder geöffnet werden.
Die wilde Horde von Bestien - Stiere, die sich im Trubel aus besoffenen, singenden, grölenden und Zeitungs-schwingenden Menschen in den engen Gassen auf dem feuchten Kopfsteinpflaster zu verteidigen versuchen - ist innerhalb weniger Minuten im Stadion angelangt.
Die Skrupellosen verfolgen dann das Spektakel, während sich die Unzurechnungsfähigen langsam nach Hause oder auf eine zugemüllte Grünfläche verziehen, um eine kleine Mütze Schlaf abzustauben. Die Party geht schließlich bald weiter.

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