Böses Klima, gutes Klima
Wolfgang Stieler hat vor zwei Monaten einen exzellenten Kommentar in der Technology Review veröffentlicht. Er erörtert das Verhältnis von Wissenschaft und Politik, in dem er Bezug nimmt auf die gespaltenen Lager der Klimawandel-Diskussion:
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[Die Geschichte] verweist auf ein grundsätzliches Problem, das die Wissenschaft selbst zu verantworten hat: Das Problem der Vereinfachung. Gerade an der Klimaveränderung lässt sich eigentlich sehr gut ablesen, dass wissenschaftliche Erkenntnis immer nur vorläufig ist. Das entwertet sie nicht. Weil die Politik in der Regel mit vorläufigen Erkenntnissen und Wahrscheinlichkeiten nicht operieren kann, gehen Wissenschaftler aber gerne dazu über, vorläufige Erkenntnisse zu verabsolutieren.
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Möglicherweise ist das ein Kommunikationsproblem - ein kultureller Bruch zwischen Politik und Wissenschaft. Aber es wäre die Aufgabe der Wissenschaft, diese Lücke zu schließen. Und das bedeutet, zu erklären, dass es in solchen Fragen wie dem Klimawandel keine Gewissheit gibt. Das System Erde ist einfach zu komplex und nichtlinear. Wie wir damit umgehen, ist eine politische Entscheidung. Wenn die Politik versucht, sich dabei hinter der Wissenschaft zu verschanzen – nach dem Motto: Wir müssen so und so handeln, die Forscher sagen, wir haben keine andere Wahl – dann darf die Forschung das eigentlich nicht zulassen. Das ist leicht gesagt, und schwer umgesetzt. Aber es würde verhindern, dass alle paar Jahre wieder jemand auftaucht, der die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung mit „brisanten Papieren“ zu beschädigen versucht.
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- Kommentar vom 23.11.2009: Mit der Ungewissheit leben von Wolfgang Stieler auf Technology Review